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Malteser Ravensburg

Versorgung krebskranker Kinder in Belarus ist gefährdet

Caritas Minsk bittet Malteser um Hilfe

02.02.2021

Weingarten. Um die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Belarus zwischen dem Lukaschenko-Regime und der Opposition ist es stiller geworden in Deutschland. Doch die Lage in dem osteuropäischen Land verschärft sich. Insbesondere in der Region Minsk wächst die Zahl der Hungrigen in den Suppenküchen der Hilfsorganisationen – ein untrügliches Zeihen für die Verarmung der Menschen. „Zugleich können unser Partner in Belarus voraussichtlich schon im Frühjahr die Gehälter nicht mehr bezahlen und wir müssen die Suppenküchen sowie die Versorgung der krebskranken Kinder auf den Krankenhausstationen der onkologischen Klinik in Minsk-Barawljani einstellen“, berichtet Norbert Scheffler, Projektleiter Osteuropa der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stutt-gart und hiesiger Stadtbeauftragter sowie sein Kollege Michael Daemen vom Belarus-Büro der Malteser in Vechta. „Das Monatsgehalt einer Projektmitarbeiterin in Vollzeit beträgt nur etwa 350 Euro. Dennoch muss die Caritas in der Diözese Minsk-Mogilev wohl bald Kündigungen aussprechen“, fürchten beide.

Zu der schlechten wirtschaftlichen Lage, in der viele Menschen keine Arbeit mehr haben oder weniger verdienen, kommen massive Preis- und Steuererhöhungen. Medikamente und Babyartikel, die bisher steuerfrei waren, erhalten seit Jahresbeginn 20 Prozent Steuer-aufschlag. Lebensmittel, Strom und Wasser wurden um zehn Prozent seit Anfang Januar teurer. Die Corona-Pandemie, die vom Regime kleingeredet wird, führt zu überfüllten Krankenhäusern. Ärzte dürfen sich nicht zu der Situation auf den Stationen äußern. Der Notruf zum Rettungsdienst führt immer häufiger ins Nichts – die Krankenwagen kommen einfach nicht mehr. Die Demonstrationen gegen das Regime haben sich von den großen Zügen über Tag am Wochenende auf kleinere Umzüge in den Abendstunden verschoben.

„Der Transport von Hilfsgütern nach Belarus funktioniert noch, wenngleich viel schwie-riger bei der Zollabfertigung in Belarus“, weiß Daemen zu berichten. Im Dezember lieferten die Malteser warme Bekleidung und Hygieneartikel nach Belarus. Auch Gelder zur Finanzierung der Hilfsprojekte kommt bei den richtigen Empfängern an, kann Daemen versichern. „Die Menschen in Belarus brauchen die Unterstützung aus Deutsch-land. Ohne unser Zutun stehen die Bedürftigen bald alleine da und sind am Ende“, sagt Daemen vom Belarus-Büro der Malteser in Vechta.

Jetzt hat auch die Caritas in der Diözese Minsk-Mogilev die Malteser in Weingarten direkt um Hilfe zur Finanzierung der Köchin in der Suppenküche für die krebskranken Kinder gebeten. Seit 2015 unterhalten die Malteser partnerschaftliche Verbindungen zur dortigen Caritas und drei sozialen Zentren im Land. „Wir kennen die Situation vor Ort im Caritas-Zentrum sehr genau und auch die Köchin persönlich. Ohne die Versorgung aus der Küche, der Unterbringung der Kinder und ihrer Mütter im Zentrum, die die onkologische Klinik in Barawljani in der Regel ambulant zur Therapie besuchen, werden viele Kinder verloren sein“, so die Einschätzung von Scheffler. Daher bitten die Malteser um Spenden-gelder, welche an das Belarus-Büro zum Transfer weitergeleitet werden. Unter dem Stich-wort „Belarus“ können diese auf das Konto der Malteser bei der Kreissparkasse Ravensburg, IBAN DE476505011000048050610, überwiesen werden.

 

Malteser Spendenkonto:
Kreissparkasse Ravensburg
IBAN: DE47650501100048050610
BIC: SOLADES1RVB
Verwendungszweck: Belarus

 

 

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  KSK Ravensburg  |  IBAN: DE47 6505 0110 0048 0506 10  |  BIC / S.W.I.F.T: SOLADES1RVB